Atemschutzgeräteträger

Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist die Pflichtvorsorge Atemschutzgeräteträger, durch den Arbeitgeber anzubieten. Der Mitarbeiter muss den Termin beim Betriebsarzt wahrnehmen.  Es erfolgt eine spezifische Beratung und ein Untersuchungsangebot. Der Arbeitgeber erhält einen Bescheinigung nach der ArbMedVV, über die Teilnahme an der Pflichtvorsorge Atemschutzgeräteträger.

Die körperliche Eignung von Atemschutzgeräteträgern muss durch die arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung in Anlehnung an den früheren berufsgenossenschaftlichen Grundsatz „G 26 Atemschutzgeräte“ festgestellt und überwacht werden.  Es sind die UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C53), und die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 „Atemschutz“ (FwDV 7) zu beachten. Der Arbeitgeber erhält eine Bescheinigung zur Eignung.

Bei Arbeiten ausschließlich unter Filtergeräten ist die Gruppe 2, für umluftunabhängige Atemschutzgeräte (z.B. Pressluftatmer) die Gruppe 3 für die Eignungsuntersuchung Atemschutzgeräteträger anzuwenden.

Die Erstuntersuchung zur Eignung, muss vor der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger erfolgen. Für die Nachuntersuchungen gelten orientierend folgende Fristen, die durch den Betriebsarzt angepasst werden können:

  • Gruppe 2 und Gruppe 3 bis 50 Jahre: vor Ablauf von 36 Monaten
  • Gruppe 2 über 50 Jahre: vor Ablauf von 24 Monaten
  • Gruppe 3 über 50 Jahre: vor Ablauf von 12 Monaten

In der Regel umfasst die Eignungsuntersuchung oder das Untersuchungsangebot für die Pflichtvorsorge Atemschutzgeräteträger die nachfolgenden arbeitsmedizinischen Maßnahmen. Eine Abweichung ist möglich, wenn der Facharzt für Arbeitsmedizin dies für erforderlich hält:

  • Allgemeine Untersuchung (Gruppe 2 und 3)
  • Röntgenaufnahme des Thorax
    • Gruppe 2 und 3 bis 50 Jahre: bei der Erstuntersuchung und jeder zweiten Nachuntersuchung
    • Gruppe 2 über 50 Jahre: bei jeder zweiten Nachuntersuchung
    • Gruppe 3 über 50 Jahre: bei jeder dritten Nachuntersuchung
  • Lungenfunktionsprüfung (Gruppe 2 und 3)
  • Ruhe-EKG (Gruppe 2 und 3)
  • Belastungs-EKG (in der Regel nur Gruppe 3)
  • Sehschärfe Ferne orientierend (Gruppe 2 und 3)
  • Hörtest Luftleitung orientierend (in der Regel nur Gruppe 3)
  • Ohrenspiegelung (Gruppe 2 und 3)
  • Blutbild, Differentialblutbild; ALAT (GPT), γ-GT, Urinstatus, Nüchtern-Blutzucker (Gruppe 2 und 3)

Im „G 26“ werden für Gruppe 2 und 3 beispielhaft folgende „dauernden gesundheitlichen Bedenken“ genannt: Lebensalter unter 18 Jahre; Übergewicht (mehr als 30 % nach Broca bzw. BMI > 30); Bewusstseins- oder Gleichgewichtsstörungen; Anfallsleiden; allgemeine Körperschwäche; Erkrankungen oder Schäden des Nervensystems; Gemüts- oder Geisteskrankheiten; abnormale Verhaltensweisen (z. B. Platzangst); Alkohol-, Suchtmittel- oder Medikamentenabhängigkeit; Erkrankungen oder Veränderungen der Atemorgane; zur Ver-schlimmerung neigende Hauterkrankungen; Herz- oder Kreislauferkrankungen (z.B. Zustand nach Herzinfarkt, Blutdruck); Erkrankungen oder Veränderungen des Stütz- oder Bewegungsapparates; Hörverlust, Schwerhörigkeit, Trommelfellperforation; Veränderungen (z.B. Narben), die den Dichtsitz der Maske beeinträchtigen; Augenerkran-kungen, nicht korrigierte Sehschärfe unter 0,7 auf jedem Auge; Stoffwechselerkrankungen (z.B. Zuckerkrankheit); Eingeweidebrüche.

Es ist Aufgabe des untersuchenden Arztes zu bewerten, ob die untersuchte Person als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden kann oder nicht.

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