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Pollen in Europa aggressiver

veröffentlicht um 10.06.2012, 04:18 von Herbert Lichtnecker


Eine Ansteigen der allergischen Erkrankungen ist in der industrialisierten Welt im letzten halben Jahrhundert als gesichert anzusehen. Sowohl die Inzidenz als auch die Prävalenz der allergischen Krankheitssymptome, vor allem der Atemwegserkrankungen, der allergischen Rhinitis und des allergischen Asthma sind angestiegen. Die Ursache ist weniger in dem Bereich der Luftverschmutzung zu sehen sondern vielmehr Ausdruck des veränderten Lebensstils und vor allem der tatsächlichen Zunahme der Luft-getragenen Mengen an allergenen Pollen. In der Untersuchung der TU-München konnte gezeigt werden, dass eine steigende Tendenz in der jährlichen Menge von Pollen bei vielen Pflanzen in Europa festzustellen ist. Der Effekt ist grundsätzlich in den urbanen Gebieten als ausgeprägter nachzuweisen. Dies begründet sich in der intensiven Aufwirbelung von pollenassoziierten Stäuben, sowie dem höheren CO2 Gehalt der Luft. Die Klimaerwärmung wird von den Forschern der TU-München nicht als ausschlaggebenender Einflüssfaktor auf die luftgetragenen Pollen angesehen.
Ziello C, Sparks TH, Estrella N, Belmonte J, Bergmann KC, et al. (2012) Changes to Airborne Pollen Counts across Europe. PLoS ONE 7(4): e34076. doi:10.1371/journal.pone.0034076

Melamin und Formaldehyd aus Melaminharz

veröffentlicht um 15.05.2011, 22:56 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert: 15.05.2011, 23:02 ]

Melaminharze sind Kunststoffe, die aus den Grundstoffen Melamin und Formaldehyd hergestellt werden. Die Werkstoffe sind hart und bruchsicher, haben eine glatte Oberfläche und werden aufgrund dieser Materialeigenschaften unter anderem zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen wie Kochlöffel und Geschirr verwendet. Untersuchungsergebnisse des Bundesinstituts für Risikobewertung und der Landesbehörden haben ergeben, dass bei der Verwendung von Produkten aus Melaminharzen beim Kochen und in Mikrowellengeräten erhöhte Mengen an Melamin und Formaldehyd freigesetzt werden und in Lebensmittel übergehen können.

Temperaturen, wie sie beim Kochen und beim Braten oder beim Erhitzen von Lebensmitteln in Mikrowellengeräten erreicht werden, können insbesondere bei Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln, dazu zählen z. B. viele Zubereitungen aus Obst und Gemüse, zu einer Zersetzung des Materials führen. Diese Prozesse sind auch optisch erkennbar, da die Oberflächen von Gegenständen aus Melaminharzen an Glanz verlieren. Sind die Oberflächen beschädigt, wird der Zersetzungsprozess beschleunigt. Bei dieser Zersetzung werden Melamin und Formaldehyd frei.

Derzeit gilt entsprechend den Vorschriften der EU-Verordnung zu Kunststoffen für den Lebensmittelkontakt für den Übergang von Melamin auf Lebensmittel ein spezifischer Migrationsgrenzwert von 30 mg/kg. In einer Neubewertung von Melamin hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2010 die täglich duldbare Aufnahmemenge für diesen Stoff herabgesetzt. Eine Anpassung des spezifischen Migrationsgrenzwertes für Melamin ist bisher noch nicht erfolgt. Für den Übergang von Formaldehyd auf Lebensmittel gilt ein Migrationsgrenzwert von 15 mg/kg.

Bei Temperaturen bis zu 70 °C, das entspricht den Bedingungen beim Einfüllen heißer Getränke in Tassen oder Becher, werden diese Werte eingehalten. Der Übergang von Melamin und Formaldehyd kann unter diesen Verwendungsbedingungen als unbedenklich eingestuft werden. Kommt es jedoch bei höheren Temperaturen zu einem längeren Kontakt von Melaminharz-Produkten mit heißen Lebensmitteln, werden die Migrationsgrenzwerte teilweise deutlich überschritten. Formaldehyd ist zudem ein sehr flüchtiger Stoff, so dass auch ein gesundheitliches Risiko durch Einatmen möglich ist.

Aus diesen Gründen empfiehlt das BfR Verbraucherinnen und Verbrauchern, beim Braten, Kochen und beim Erhitzen von Lebensmitteln in der Mikrowelle auf Geschirr und Küchenutensilien aus Melaminharzen zu verzichten.

Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung BfR 11/2011 vom 12.05.2011

Noro Viren

veröffentlicht um 10.02.2011, 12:55 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert: 01.09.2015, 05:00 ]

Noroviren: Die Viren wurden 1972 entdeckt und gelten heute als die wichtigsten Erreger von Magen-Darm-Infektionen des Menschen. In der Umwelt sind Noroviren extrem stabil. Sie können dort bis zu sieben Tage  infektiös bleiben, während Kochen die Erreger inaktiviert. 
Besondere Bedeutung finden die Noro Infektionen durch die steigende Flüchtlingszahl in Deutschland.

Ansteckung: Es ist nur eine minimale Infektionsdosis von  10 bis 100 Viruspartikeln erforderlich, um sich anzustecken.  Die Übertragung der Noroviren erfolgt von Mensch zu Mensch über eine Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion. Die Norovirenwerden über den Stuhl oder Erbrochenes ausgeschieden und über den Mund oder beim Einatmen des beim Erbrechen entstehenden Tropfchenaerosols oral übertragen. Beim Erbrechen werden große Mengen der Viren frei und verteilen sich in Sekundenschnelle in der umgebenden Luft. Ferner kann die Ansteckung über mit den Viren verunreinigte Getränke, Speisen und Gegenstände erfolgen.

Symptome: Die typischen Symptome sind Erbrechen und Durchfall, häufig von Kopfschmerzen und manchmal von Fieber begleitet. Die ersten Symptome treten etwa 24 Stun- den nach der Infektion auf und dauern gewöhnlich ein bis drei Tage an.

Vorsorge: Eine Impfung gegen Noroviren steht derzeit nicht zur Verfügung. Daher ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen bedeutungsvoll um die Übertragung des Norovirus einzudämmen.  Dazu gehört vor allem die mehrfache Händedesinfektion mit einem Viren-wirksamen Händedesinfektionsmittel. Hände waschen hilft (siehe unten). Oberflächen sind sauber zu halten und ggf. zu desinfizieren. Besonders in Gemeinschaftseinrichtungen sind gemeinsame Toiletten einer regelmäßigen Desinfektion zu unterziehen. Seifen und Handtücher dürfen nicht gemeinsam benutzt werden.

Kindergarten: Sobald Fälle von Brechdurchfall auftreten, gewinnt die Händehygiene besondere Bedeutung und muss konsequent umgesetzt werden (z.B. sofortiges Umstellen auf Einmalhandtücher, falls nicht bereits Routine). Achtung: Gemäß Infektionsschutzgesetz (§ 34, Abs.1) dürfen Kinder unter 6 Jahren, die an einer ansteckenden Magen- Darm-Infektion erkrankt oder dessen verdächtig sind, den Kindergarten nicht besuchen.

Händewaschen: Im Kampf gegen Infektionen ist das Waschen der Hände richtungsweisend. Die Hände werden unter fließendes Wasser gehalten und komplett befeuchtet. Danach wird Seife auf die Hände aufgebracht (Flüssigseife aus dem Spender). Die Seife wird etwa 20 bis 30 Sekunden lang zwischen den Händen und auch zwischen den Fingern verrieben. Dann die Hände orgfältig abspülen. Nach dem Händewaschen sind die Hände möglichst mit Einmalhandtüchern aus dem Spender sorgfältig zu trocknen.
Hände und Finger gehören nicht ins Gesicht auf keinen Fall in den Mund!!!!


Flächendesinfektion bei Noroviren

Bei der Inaktivierung von Noroviren spielt  die Desinfektion von Flächen eine wichtige Rolle, da der Erreger bis zu sieben Tage auf unbelebten Oberflächen, wie z. B. Lichtschaltern, Nachttischen oder Arbeitsflächen, ansteckend bleiben kann.

Die RKI-Empfehlung zur Flächendesinfektion bei Noroviren  gilt sowohl für die routinemäßige Desinfektion als auch für den Ausbruchsfall. Flächen-Desinfektionsmittel  sollten demnach eines der folgenden Kriterien erfüllen: 

  • „low level“ viruzide Wirksamkeit (d. h. ohne Enteroviren) gemäß Carriertest der DVV. Prüfviren: Prüfviren Modified Vacciniavirus Ankara (MVA)/Vacciniavirus, Adenovirus sowie MNV.
  • viruzide Wirksamkeit nach RKI-Testmethode. Darunter fallen Produkte der RKI-Liste mit dem Wirkungsbereich A und B (Viruzidie).
Quelle RKI 2015

Aggressionen durch Nahrungsmittel ARDS

veröffentlicht um 06.02.2011, 04:15 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert: 06.02.2011, 04:24 ]

Eine spezielle hypoallergene Ernährung könnte die Symptome der Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zumindest bei einigen betroffenen Kindern verringern. Zu diesem Ergebnis kommt ein niederländisches Forscherteam nach einer Studie mit 100 Freiwilligen. Darin hatten die Wissenschaftler vier bis acht Jahre alten ADHS-Kindern fünf Wochen lang nur Nahrungsmittel gegeben, die wenig Allergene enthalten. Dabei stellten sie fest, dass sich dies positiv auf die Aufmerksamkeit und das Verhalten der Kleinen auswirkte.

Jan Buitelaar (Radboud-Universität) et al: The Lancet, Band 377, S. 494


Dies ist erfahrenen Allergologen seit Jahren bekannt. Folgerichtig erzielt man durch das Weglassen von besonders allergenen Lebensmitteln wie Milch, Fisch, Ei und dem Entfernen von Haustieren bedeutsame Erfolge in der ARSDS Behandlung.

Kindern mit ARDS denen die Nase läuft, die Blähungen, gerötete Augen und Atemwegsbeschwerden haben kann auch eine allergologische Behandlung helfen die Ausprägung des ARDS zu minimieren.


Die neue Unfallverhütungsvorschrift DGUV V2

veröffentlicht um 05.02.2011, 12:12 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert: 05.02.2011, 12:22 ]


Ab dem 1. Januar 2011 gibt es mit der Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2) erstmals für Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand eine einheitliche und gleich lautende Vorgabe zur Konkretisierung des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG). Die Vorschrift beschreibt die Aufgaben der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung sowie die verschiedenen Betreuungsmodelle.

Die komplette Vorschrift steht auf unserer Homepage unter Downloads zur Verfügung.

Innenraummessungen mit einer ärztlichen, umweltmedizinisch-allergologischen Bewertung

veröffentlicht um 19.10.2009, 22:41 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert 06.02.2011, 12:35 von Manuel Kuhlmann ]

Wir können Ihnen umweltmedizinische Messungen vom Schadstoff im Innenraum bis zu der Bestimmung von Schimmelpilzen im Innenruam anbieten. Sie erhalten nicht nur Messwerte, sondern eine umweltmedizinische Bewertung zur Auswirkung auf die Gesundheit.

Dioxine in Lebensmitteln

veröffentlicht um 19.10.2009, 21:47 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert: 28.01.2011, 08:54 ]

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt mit Datum vom 26.01.2011 Entwarnung für die Lebensmittel, die als Dioxin- belastet dargestellt wurden. Legt man die derzeit in Lebensmittelproben festgestellten Dioxin-Gehalte zu Grunde, so ist selbst beim täglichen Verzehr von belasteten Eiern nur von einer geringfügig erhöhten Körperbelastung mit Dioxinen auszugehen.
Noch vor 20 Jahren hatten junge Erwachsene noch eine Körperlast (Hintergrundsbelastung) von 30 Pikogramm Dioxine je Gramm Körperfett. Derzeit liegt die Hintergrundbelastung bei etwa 10 Pikogramm Dioxine pro Gramm Körperfett.
Akut besteht keine Gesundheitsgefahr, selbst mit Frühstücksei. Dennoch sollte aus Gründen der Gesundheitsvorsorge so wenig wie möglich an Dioxinen aufgenommen werden, da die Körperlast für die gesundheitlichen Wirkungen verantwortlich zeigt.

Ärztliche Untersuchungen im Arbeitsverhältnis

veröffentlicht um 19.10.2009, 21:46 von Herbert Lichtnecker   [ aktualisiert: 05.02.2011, 12:34 ]

Eignung – Vorsorge – Begutachtung

Ärztliche Untersuchungen im Arbeitsverhältnis sind gemäß der Definition des Fachgebietes arbeitsmedizinische Untersuchungen, da die an den Arzt gerichtete Fragestellung immer die Wechselbeziehung zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Gesundheit der zu untersuchenden Beschäftigten betrifft. In den Diskussionen zu den Mitwirkungs- Duldungs- und sich aus dem Arbeitsverhältnis heraus ergebenden Treuepflichten und der Rechtsnatur des Untersuchungsanlasses kommt es nicht nur bei medizinischen Laien oft zu Missverständnissen, die überwiegend auf unpräzise Begrifflichkeiten zurückzuführen sind. In der Arbeitsmedizin zum einen und im Arbeitsvertragsrecht wie auch im Arbeitsschutzrecht zum anderen sind vielfach Fragestellung und Schutzziel der Untersuchungen unterschiedlich festgelegt.

T. Giesen ASU 01-2008, Seite 23 23 5/2008 Arbeitsmedizinischer Dienst Hardtberg – AMDH, Bonn

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