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MRSA Multiresistenente Staphylokokken

veröffentlicht um 24.02.2011 23:11 von Herbert Lichtnecker Dr   [ aktualisiert 20.11.2011 14:11 von Manuel Kuhlmann ]
Umgang mit multiresistenten Erregern im Krankentransport (MRSA/VRE). Es  wird auf die Publikation des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein Westfalen verwiesen (siehe Downloadbereich).

Empfehlungen:
Vor jedem Transport wird der Patient nach einer MRSA Infektion befragt. Bei MRSA Verdacht ist die persönliche Schutzausrüstung sowie das Vorgehen für den Transport entsprechend der Ausführungen des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein Westfalen zu verfahren.

Kontakt:
Ein Kontakt mit MRSA positiven Personen kommt in Deutschland jeden Tag im Krankenhaus, beim Krankentransport und natürlich auch auf der Straße und in öffentlichen Transportmitteln vor. Von 100 Personen sind bis zu 4 MRSA-Träger. Eine Übertragung von MRSA ist in der regel als selten einzustufen. Die üblichen Standardhygienemaßnahmen (Händedesinfektion) sind ausreichend um MRSA an der Übertragung zu hindern. Intensiver Kontakt ist natürlich zu unterlassen. Das Besiedlungsrisiko steigt beim Vorliegen chronischer Schädigungen der Hautoberfläche (Ekzeme, Geschwüre, schlecht heilende Wunden).

Tenazität:
MRSA kann abhängig von den atmosphärischen Bedingungen einige Tage bis 7 Monate auf unbelebten Oberflächen überdauern (mittlere Tenazität). Man geht davon aus, dass direkte Sonnen/UV-Einstrahlung die Tenazität verringert.

Screenung:
Eine generelle Empfehlung zum Screening von Mitarbeitern gibt es nicht. Hier ist eine Übereinkunft zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und dem Betriebsarzterforderlich, die auf die Tätigkeit (Rettungsdienst, Praxis, Krankenhaus) abzustimmen ist. Es wird folgendes Vorgehen empfohlen:

Von einem MRSA Kontakt ist nicht auszugehen, wenn:
  • Der Patient frische Körperwäsche trägt. 
  • Die Wunde frisch verbunden und gut abgedeckt ist.
  • Bei einer Besiedelung der Atemwege mit MRSA der Patient einen Mund- /Nasenschutz trägt.

Soltte ein ungeschutzter Kontakt mit Körperflüssigkeiten des MRSA infizierten Patienten erfolgt sein, wird folgendes Vorgehen empfohlen:
  • Innerhalb von etwa 24 Stunden nach dem wahrscheinlichen MRSA-Kontakt (Körperflüssigkeiten) erfolgt ein Abstrich (Nase, Rachen).
  • Zunächst besteht aus arbeitsmedizinischer Sicht keine Einschränkung für die weitere Tätigkeit im Rettungsdienst. Es wird auf die Notwendigkeit der Einhaltung der Hygienemaßnahmen verwiesen.
  • Der zweite Abstrich erfolgt nach etwa 48 Stunden in der Regel durch den Betriebsarzt. Die dritte Kontrolle erfolgt nach 10 Tagen.

Ist ein Mitarbeiter MRSA positiv, so ist er unmittelbar zu behandeln!

  • Expertenaussage des EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland.
  • Helpdesk Euregio MRSA-net Twente/Münsterland (Tel. 0251-8352317)
  • Wagenvoort J.H.T., Penders R.J.R. Long-term in-vitro survival of an epidemic MRSA phage-group III-29 strain. Journal of Hospital Infection 1997;35:322-5.
  • Umgang mit multiresistenten Erregern (MRSA/VRE) im Krankentransport. Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein Westfalen. LIGA.Aktuell 13 2010
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Herbert Lichtnecker Dr,
17.11.2011 01:03